Bands/DJs + Workshops + Vorträge + Film + Zeitplan
Vortrag & Diskussion
Intersexualität wird bis heute als geschlechtliche Abweichung pathologisiert. Bis heute sind Genitaloperationen in den ersten 24 Lebensmonaten medizinischer Konsens und allgemeine Praxis, die Herstellung einer Körpernorm ist wichtiger als der Erhalt eines gesunden Körpers. Geschützt und gestützt wird die medizinische Praxis vom Zweigeschlechtersystem des euro-amerikanischen Kulturkreises und rechtlichen Normen, die eine Existenz anderer Geschlechter als "Mann" und "Frau" nicht vorsehen. Intersexuelle werden in unserer Gesellschaft unsichtbar gemacht, ein Aufbegehren gegen die als Verstümmelungen und Misshandlungen empfundene medizinische "Behandlung" wird erschwert – und findet doch statt. Mitte der 1990er klagte erstmals eine Person gegen die ausschließenden Geschlechtseinträge im Personalausweis, seitdem wird der Protest aus Reihen der intersexuellen Personen immer lauter.
Im Vortrag wird zunächst dargestellt, wie sich die Diagnose "intersexuell" medizinisch auswirkt, welche Behandlungskriterien an den intersexuellen Körper angelegt werden und welche Behandlungspraxis daraus folgt. Dieser normierenden und als gewaltvoll empfundenen Praxis wird die medizinkritische Perspektive intersexuellen Widerstands entgegengestellt. Im Anschluss an den Vortrag stellt Anja Gregor einige Überlegungen zur Diskussion an, wie nicht-intersexuelle Personen diesen Kampf unterstützen und voranbringen können.
Anja Gregor: Ich bin weiß-deutsch positioniert und werde von anderen oft als weiblich eingelesen.
Ich habe keine Erfahrungen mit medizinischen Eingriffen wegen meines Geschlechts. Ich bin engagiert
in antisexistischen FMT*-Zusammenhängen, die größtenteils weiß-deutsch positioniert sind und verstehe
mich als solidarisch mit der Intersex-Bewegung.
Donnerstag 19.5., 18 Uhr
Frauenkultur e.V.
Im Workshop/Seminar "Männlichkeitskonstruktionen in den Jugendbewegungen Hardcore und Emo" wird Anhand von ausgewählten
Songtexten und Bildern über verschiedene Rollenbilder der beiden nahen und doch so fremden Szenen diskutiert. Dabei werden
Themen von HomoCore, Riot Grrrl und Heterosexismus als Reaktion auf Emo, angeschnitten. Es geht vor allem um die Wahrnehmung
und reflexive Arbeit zum Thema Männlichkeit. Wer nimmt in den Szenen wie Raum ein? Wo lassen sich subversive Strategien/Handlungen
oder Emanzipation ausmachen?
Die Referentin ist selbst in der Hardcore-Szene aktiv. Sie hat in verschiedenen Hardcore/Punk Bands gespielt (oder sich
ausprobiert ;)) und veranstaltet regelmäßig Konzerte. Somit ist das Thema nicht nur eine wissenschaftliche Angelegenheit,
sondern eine Reaktion auf eigene Erfahrungen und ein Versuch, mit Themen wie Heterosexismus und Heteronormativität in der
Szene umzugehen.
Samstag 21.5., 18-20 Uhr
Bäckerei Josephstraße (Lindenau)
Der Vortrag skizziert eine Herstory of Comics. Im Überblick vorgestellt werden zum
Teil wenig bekannte Figuren und Autor_innen von den Anfängen des Comics bis zu den heute
immer populärer werdenden Graphic Novels.
Samstag 21.5., 18-20 Uhr
MonaLiesa
Mary vom Genderkollektiv L'viv, Ukraine, wird beim Ladyfest zu Gast sein und Sonntag
nachmittag zwischen Brunch und Kino die Arbeit der Gruppe vorstellen, sowie ein wenig über
feministische Arbeit im Allgemeinen in der Ukraine erzählen.
Auf russisch mit deutscher und/oder englischer Übersetzung.
Sonntag 22.5., 14-16 Uhr
Frauenkultur
Die Vorträge sind offen für alle und haben keine Beschränkung der Teilnehmer_innen-Zahl.