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Ladyfest Leipzig

Was wir wollen

Mit der Ladyfestcrew Leipzig hat sich eine Gruppe von sich irgendwie als solche definierenden Frauen zusammengefunden, die als gemeinsames Ziel hat, ein weiteres, damit dann das dritte Ladyfest in Leipzig zu organisieren.

Mit diesem Text wollen wir unsere Gründe für die Organisation eines Ladyfestes darstellen und somit zu einer besseren Auseinandersetzung und Verständigung um antisexistische Problematiken in Leipzig beitragen. Wir gehen davon aus, dass Männlichkeit und Weiblichkeit gesellschaftlich hergestellt sind und demnach geschlechtsspezifische Verhaltensweisen und Eigenschaften nicht aus biologischen Gegebenheiten resultieren. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass jeder Mensch sich vollkommen frei aussuchen kann, ob sie er oder sie oder es sein möchte. Geschlecht wird –immer noch- anhand der biologischen Ausstattung und somit zweigeschlechtlich für jedes Individuum bei seiner/ihrer Geburt festgelegt.

Auch wenn unser Ziel das kritische Hinterfragen und letztendlich die Abschaffung jeglicher Geschlechtkonstruktionen ist, so muss doch die Ungleichheit, die zwischen männlich definierten und weiblich definierten Menschen besteht, in die politische Auseinandersetzung mit einbezogen werden.

Um innerhalb (dieser) der bestehenden Verhältnisse politisch agieren zu können, ist es in bestimmten Zusammenhängen notwendig, auf die konstruierten Identitäten zurückzugreifen, um sich zu organisieren und somit einen Ausgangspunkt für emanzipatorische Politik zu finden. Das sollte nicht dazu führen, gesellschaftliche Verhältnisse zu reproduzieren und erneut festzulegen. Queer-feministische Politik sollte hier ein Gleichgewicht bewahren zwischen der ungewollten Reproduktion von Geschlecht, die immer auch mit Hierarchisierung einhergeht, und der Orientierung an Identitäten, die immer kategorisierend und somit normalisierend sind.

Das Ladyfest wird sich hauptsächlich in linken/ selbstorganisierten Zusammenhängen
abspielen. Auch hier sind die Strukturen und der Alltag nicht frei von Sexismen. Indem Frauen/Trans die Organisation des Festes übernehmen sowie ausschließlich weibliche
Künstlerinnen auf der Bühne, hinter den Mischpults und an den Technix stehen, wird hier die
Chance gegeben, sich in Bereichen zu erproben, die sonst meist von Männern besetzt
werden, sowie die eigene Arbeit zu präsentieren. Dabei sollte nach dem Ladyfest nicht vor dem Ladyfest sein: ideal wärs wenn dadurch mehr Vertrauen in das eigene Können entsteht und auch zukünftig mehr Frauen an Orga und Technix teilnehmen.

Das Ladyfest soll ein Ort sein, wo diese Ansprüche in die Praxis umgesetzt werden. Das bedeutet vor allem: aufmerksam zu sein gegenüber sexistischen Verhaltensweisen, diese anzusprechen und zu thematisieren und gegebenenfalls auch zu intervenieren. Dazu ist die Unterstützung der Besucher_innen sowohl der Veranstalter_innen notwendig. Wir wollen ein Wochenende schaffen an dem die Auseinandersetzung mit Sexismus immer möglich ist, ob auf den Konzerten, Parties, beim Essen, Schweißen,...

Den ganzen Text könnt ihr hier (pdf)runterladen.

Links zu weitern interessanten Texten

new Jan 2007

es gibt eine neue Antiseximus-Broschüre (PDF)mit vielen interessanten Artikeln.

local stuff

vorbereitender text zum ersten ladyfest 2004 in leipzig.
über gruppenstrukturen und die unmöglichkeit gemeinsamen agierens von frauen und männern ohne reflexion der eigenen positionen. egal in welchen zusammenhängen. http://www.nadir.org/nadir/initiativ/ci/nf/98/20.html

proud to be a feminist.

ladyfest in leipzig - geil, na endlich! problem also erkannt, fehler bald behoben? schön wär's. aber wohin die reise in sachen clubkultur geht, wer mit ins boot kommt und wer ans steuer darf, bleibt noch auszuhandeln. http://www.nadir.org/nadir/initiativ/ci/nf/100/21.html

vertreterInnen des conne islands sprachen mit verschiedenen organisatorinnen des ladyfestes. die gruppe hat sich für das ladyfest neu gegründet und besteht aus frauen aus ganz verschiedenen Umgebungen. http://www.nadir.org/nadir/initiativ/ci/nf/101/5.html

ladyfest international. oder: warum feminismus noch längst keine offenen t üren einrennt. http://www.propellas.de/artikel.php4?ID=3

evergreens

referat von tine plesch, autorin und reaktionsmitglied der //Testcard//. unter berufung auf dekonstruktivistische vordenker und vordenkerinnen hält sich hartnäckig die annahme, popkultur könnte aus sich heraus mit "tradierten werten und konstrukten wie rasse, nation, geschlecht brechen." das dem nicht so ist, ist keine neue erkenntnis, wird jedoch am vorliegenden beispiel recht deutlich von tine plesch ausgeführt. http://www.nadir.org/nadir/initiativ/ci/nf/101/11.html

Frauen + Männer = Clubkultur http://www.propellas.de/artikel.php4?ID=2

10 fragen an luka skywalker http://www.propellas.de/artikel.php4?ID=1

roswitha scholz// der wert ist der mann
thesen zu wertvergesellschaftung und geschlechterverhältnis

den pelz gehörig gegen den strich bürsten. im folgenden soll im 1.teil ein einblick in die wohl in mehrfacher hinsicht bemerkenswerte gesellschaftskritik - dem wert-abspaltungs-ansatz von roswitha scholz aus der KRISIS-Gruppe - gegeben werden. http://www.nadir.org/nadir/initiativ/ci/nf/83/25.html